Rechnungseingang digitalisieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung und Checkliste

Veröffentlicht am 06.10.2026

Lesedauer: 7 min

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Papierrechnungen scannen, Daten manuell eingeben, Freigaben per E-Mail anfordern: Die manuelle Bearbeitung von Eingangsrechnungen kostet Zeit und ist fehleranfällig. Der erste Schritt in Richtung Effizienz ist ein digitaler Rechnungseingang: Rechnungen werden zentral erfasst, automatisch ausgelesen und für die weitere Verarbeitung bereitgestellt. Darauf aufbauend umfasst die digitale Rechnungsverarbeitung alle weiteren Schritte: Prüfung, Freigabe, Buchung und revisionssichere Archivierung.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie vor der Einführung eines digitalen Rechnungseingangs beachten sollten und worauf Unternehmen bei der Umsetzung besonders achten sollten.

Was bedeutet digitaler Rechnungseingang?

Ein digitaler Rechnungseingang bedeutet, dass Eingangsrechnungen unabhängig vom Eingangskanal zentral digital erfasst, ausgelesen und für die weitere Verarbeitung bereitgestellt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Rechnung per Post, als PDF per E-Mail oder als strukturiertes E-Rechnungsformat eingeht.

Wichtig: Der digitale Rechnungseingang ist nur der erste Schritt. Er deckt die Erfassung und Bereitstellung der Rechnung ab. Die anschließende digitale Rechnungsverarbeitung geht weiter: Sie umfasst Prüfung, Freigabe, Buchung und revisionssichere Archivierung. Erst zusammen ergeben beide Bereiche einen durchgängigen digitalen Rechnungsprozess.

Welche Vorteile hat die Digitalisierung des Rechnungseingangs?

In unserer täglichen Arbeit bei free-com erleben wir häufig, dass die größten Verzögerungen nicht bei der Rechnung selbst entstehen, sondern bei der Weiterleitung, Prüfung und Freigabe. Besonders bei einem Prozess mit physischen Rechnungen kommt es oftmals zu Verzögerungen, fehlendem Überblick und langwierigen Rückfragen. Ein digitaler Prozess hilft dabei, diese Schritte zu beschleunigen und den aktuellen Bearbeitungsstand jederzeit nachvollziehbar zu machen.

Zu den wichtigsten Vorteilen zählen:

  • Weniger manuelle Arbeit

  • Schnellere Freigaben

  • Weniger Übertragungsfehler

  • Einfache digitale Archivierung

  • Stellvertreter Regelungen für Krankenstand, Urlaube und andere Abwesenheiten

  • Automatische Erinnerungen, E-Mail Hinweise

  • Direkter Kommunikationskanal für Chat, Mentions, Rückfragen, etc.

  • Transparenter Status Quo für alle Beteiligten

Was sollte vor der Digitalisierung des Rechnungseingangs beachtet werden?

Bevor eine Lösung eingeführt wird, lohnt es sich, den bestehenden Prozess genau zu verstehen.

Aktuellen Rechnungseingang analysieren

Wie werden Eingangsrechnungen heute empfangen – per E-Mail, Post oder Portal? Wer prüft sie, wer genehmigt, wer bucht? Wo entstehen Verzögerungen oder Fehler? Deshalb sollte der bestehende Prozess vor der Einführung einer Lösung möglichst genau betrachtet werden. Je klarer der Ist-Zustand, desto gezielter lässt sich die neue Lösung einrichten.

Anforderungen definieren

Folgende Fragen helfen bei der Wahl der richtigen Software:

  • Welche ERP- oder Buchhaltungssysteme sind im Einsatz?

  • Welche Rechnungsformate werden unternehmensintern empfangen? (Papier, PDF, ZUGFeRD, XRechnung)

  • Wie viele Rechnungen werden monatlich verarbeitet?

  • Wie viele Personen sind am Freigabeprozess beteiligt?

Rechtliche Anforderungen prüfen

Eingangsrechnungen enthalten personenbezogene Daten und unterliegen gesetzlichen Aufbewahrungspflichten. Die gewählte Lösung muss eine DSGVO-konforme Verarbeitung und Speicherung sicherstellen.

Wie funktioniert der digitale Rechnungseingang?

In der Praxis lässt sich der digitale Rechnungseingang – und die anschließende Rechnungsverarbeitung – in vier aufeinander aufbauenden Schritten abbilden.

Schritt 1: Eingangsrechnungen erfassen, Daten auslesen und digitalisieren

Rechnungen gehen auf verschiedenen Wegen ein: als Papierrechnung, als E-Mail-Anhang oder als strukturiertes Datenformat. Der erste Schritt besteht darin, alle Eingangswege zusammenzuführen.

Papierrechnungen werden gescannt oder fotografiert und anschließend per OCR (Optical Character Recognition) ausgelesen. Moderne Lösungen nutzen Künstliche Intelligenz, um alle relevanten Felder automatisch zu erkennen: Rechnungsnummer, Datum, Lieferant, Beträge und Steuerkennzeichen. Das funktioniert für unterschiedliche Layouts und Rechnungsarten, ohne dass das System vorher auf einzelne Lieferanten trainiert werden muss.

Nach der Erfassung prüft die Software automatisch, ob alle Pflichtangaben vorhanden sind, ob Beträge und Mengen übereinstimmen und ob ein Bestellbezug vorliegt. Abweichungen werden markiert und zur manuellen Prüfung weitergeleitet.

Schritt 2: Freigabeprozess automatisieren

Nach der formalen Prüfung wird die Rechnung inhaltlich geprüft und von den zuständigen Personen freigegeben. Statt Rechnungen auszudrucken und physisch weiterzugeben, läuft das digital: Zuständige werden automatisch benachrichtigt, Freigaben und Rückfragen erfolgen direkt in der Software, Erinnerungen verhindern, dass Rechnungen liegen bleiben, und der gesamte Prüfverlauf wird lückenlos dokumentiert.

Wichtig: Dieser Prüfpfad muss gemeinsam mit der Rechnung archiviert werden – bei einer Betriebsprüfung muss nachweisbar sein, wer eine Rechnung wann geprüft und freigegeben hat.

Wie ein digitaler Freigabeprozess konkret aussieht, zeigen wir auf unserer Seite zur digitalen Rechnungsverarbeitung. Einen detaillierten Einblick in alle Freigabeschritte bietet außerdem unser Beitrag zur digitalen Rechnungsfreigabe.

Schritt 3: Eingangsrechnung buchen

Nach der Freigabe schlägt die Software passende Buchungskonten vor, basierend auf bisherigen Buchungen, und übergibt die Daten automatisch über eine Schnittstelle an das ERP- oder Buchhaltungssystem. Ein manuelles Abtippen ist nicht nötig.

Schritt 4: Revisionssicher archivieren

Eingangsrechnungen müssen revisionssicher archiviert werden: unveränderlich, vollständig und jederzeit auffindbar. Digitale Archivierungssysteme erfüllen die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen und bieten gegenüber physischer Lagerung in Ordnern klare Vorteile. Belege sind in Sekunden auffindbar, Zugriffsrechte lassen sich genau steuern und der Platzbedarf für Archivräume entfällt.

Wer bereits Microsoft SharePoint nutzt, kann dieses mit dem richtigen Add-on direkt als revisionssicheres Archiv verwenden.

Eingangsrechnungen digitalisieren: Ablauf von elektronischen Rechnungen, digitalen Rechnungen und Papierbelegen über OCR und KI bis zur Freigabe, Buchung und Archivierung

Welche Rechnungsformate gibt es beim digitalen Rechnungseingang?

Neben klassischen PDF-Rechnungen spielen strukturierte elektronische Formate eine zunehmend wichtige Rolle:

  • XRechnung: Ein rein maschinenlesbares XML-Format, das vor allem für den öffentlichen Sektor in Deutschland vorgeschrieben ist.

  • ZUGFeRD: Eine Kombination aus lesbarem PDF und eingebettetem XML-Datensatz. Sowohl für Menschen als auch für Maschinen lesbar.

Sowohl in Deutschland durch die Einführung der E-Rechnungspflicht als auch in Österreich gewinnen E-Rechnungen zunehmend an Bedeutung. Entsprechend wichtiger werden Formate wie XRechnung und ZUGFeRD.

Idealerweise können alle gängigen Rechnungsformate über denselben Prozess verarbeitet werden.

Checkliste: Rechnungseingang digitalisieren

Diese Checkliste hilft dabei, den digitalen Rechnungseingang strukturiert aufzusetzen oder zu überprüfen.

Vorbereitung

  • Eingehende Rechnungsformate erfasst (Papier, PDF, ZUGFeRD, XRechnung usw.)

  • Rechnungsvolumen und Eingangskanäle ermittelt (E-Mail, Post, Portal)

  • Anforderungen an die Datenerfassung definiert

Erfassung und Prüfung

  • Lösung für Papiereingang eingerichtet (Scanner oder digitaler Posteingang)

  • Zentrales E-Mail-Postfach für Rechnungen eingerichtet

  • Automatische Datenerfassung per OCR und KI aktiv

  • Automatische formale Rechnungsprüfung eingerichtet

  • Strukturierte Formate (ZUGFeRD, XRechnung) werden verarbeitet und ausgelesen

Typische Fehler bei der Digitalisierung des Rechnungseingangs

In der Praxis treten beim Übergang zu einem digitalen Rechnungseingang häufig dieselben Fehler auf:

  • Nicht alle Eingangskanäle werden berücksichtigt (z.B. Papier wird weiterhin manuell verarbeitet)

  • Fehlende Integration in das bestehende ERP- oder Buchhaltungssystem

  • Unvollständige Abbildung des Freigabeprozesses

  • Keine klaren Zuständigkeiten und Vertretungsregeln

  • Mitarbeiter:innen werden nicht ausreichend geschult

  • Archivierungsanforderungen werden nicht von Anfang an mitgedacht

Je früher diese Punkte im Einführungsprojekt geklärt werden, desto reibungsloser verläuft die Umstellung.

Digitale Rechnungsverarbeitung mit free-com

free-com unterstützt Unternehmen beim gesamten digitalen Rechnungsprozess: Vom Rechnungseingang bis zur revisionssicheren Archivierung. Die Lösung verbindet beide Bereiche: die automatische Erfassung im Rechnungseingang und die anschließende digitale Rechnungsverarbeitung mit Prüfung, Freigabe, Buchung und Archivierung.

Eingangsrechnungen werden automatisch erfasst, geprüft und an die zuständigen Personen weitergeleitet. Alle Bearbeitungsschritte werden dokumentiert und können jederzeit nachvollzogen werden.

Die Lösung unterstützt Unternehmen unter anderem bei:

  • der automatischen Erfassung von Rechnungsdaten

  • digitalen Freigabeprozessen

  • der Integration in bestehende ERP- und Buchhaltungssysteme

  • der revisionssicheren Archivierung

  • der zentralen Verwaltung aller Eingangsrechnungen

Dadurch lassen sich manuelle Arbeitsschritte reduzieren und Prozesse effizienter gestalten.

Auch bestehende Systeme wie SAP können angebunden werden. Dabei lassen sich beispielsweise Rechnungen mit und ohne Bestellbezug automatisiert verarbeiten und in bestehende Workflows integrieren.

Häufige Fragen zur Digitalisierung des Rechnungseingangs

Die Digitalisierung lohnt sich besonders dann, wenn regelmäßig Eingangsrechnungen verarbeitet werden und mehrere Personen am Prüf- oder Freigabeprozess beteiligt sind. Auch mehrere Standorte können ein guter Grund sein, den Prozess digital und damit ortsunabhängig umzusetzen.

Cloud Lösungen ermöglichen einen effizienten Einstieg auch bei niedrigeren Rechnungsvolumina und können sich bereits ab 10 Rechnungen / Tag lohnen. Das kann besonders für KMU ein sinnvoller Ansatz sein. Cloud Lösungen skalieren flexibel mit dem Prozess mit, ein Umstieg auf OnPremise ist natürlich jederzeit möglich.

Eine PDF-Rechnung ist in erster Linie für Menschen lesbar. Eine E-Rechnung enthält strukturierte Daten, die von Software automatisch verarbeitet werden können. Achtung, die genaue (gesetzliche) Definition und auch das, was allgemein unter einer E-Rechnung verstanden wird, kann von Land zu Land variieren.

Ja, PDF-Rechnungen können in Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD umgewandelt werden. Dafür werden die Rechnungsdaten ausgelesen und in ein strukturiertes E-Rechnungsformat übertragen.

Der Wechsel erfolgt meist schrittweise. Zunächst werden bestehende Prozesse analysiert und digitale Eingangswege definiert. Anschließend werden Freigaben, Buchung und Archivierung digital abgebildet. Viele Unternehmen starten mit neuen Eingangsrechnungen und digitalisieren ältere Dokumente nur bei Bedarf.

Durch automatische Datenerfassung, digitale Freigaben und die direkte Übergabe an Buchhaltungs- oder ERP-Systeme können viele manuelle Arbeitsschritte reduziert werden.

Cloud Lösungen sind standardisierter und deutlich schneller eingeführt als On Premise Lösungen. Eine Implementierung ist oft in wenigen Wochen möglich. Bei On Premise Lösungen hängt der Aufwand maßgeblich von den bestehenden Prozessen und Systemen ab und muss somit im konkreten Fall beurteilt werden.